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ESCHER-WYSS-PLATZ - Zürich

Jürgen Mayer H., Berlin
Karin Sander, Berlin

2017

Fussgängerstreifen – Invertiert

Zonierungen
Die Bemühungen in europäischen Innenstadtbereichen die zugunsten des Automobils verkehrsplanerische Euphorie der 70er Jahre zu revidieren, schafft neue Möglichkeiten für die Präsenz von öffentlichen Räumen. Der Escher-Wyss-Platz in Zürich bietet die einmalige Gelegenheit, den Auftakt für einen sich dynamisch entwickelnden Stadtteil Zürich West zu bilden, der eine maximale Durchlässigkeit für Fussgänger und Fahradfahrer, und auch direkte Wege zu den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs ermöglicht. Das gestalterische Thema des weiterentwickelten Fussgängerstreifens nimmt die bestehende offizielle Markierung für die Bereiche des Fussgängers auf und entwickelt daraus mit den Fussgängerinseln eine neue Identität für den Escher-Wyss-Platz.

Platzgestaltung / Kunst
Die künstlerische Idee sieht vor, die gelben Fussgängerstreifen der Strassenüberquerungen als gestalterisches Element auf dem Escher-Wyss-Platz einzusetzen und somit die Fussgängerbereiche, die durch die umfliessenden Fahrbahnen als Verkehrsinseln ausgebildet werden, visuell hervorzuheben. Die gelben Markierungslinien werden auf den Verkehrsinseln in grauem Asphalt fortgesetzt, bzw. werden graue Linien auf den gelben Flächen ausgespart. D.h. die grauen Fahrbahnflächen haben wie gewohnt gelbe Fussgängerstreifen, während die Fussgängerinseln mit gelber Kaltplastik gekennzeichnet werden und graue Streifen darin übrig verbleiben. Diese jeweils 50 cm breiten gelben und grauen Linien werden auf den Verkehrsinseln als immer kleiner werdende konzentrische Ringe parallel zueinander fortgeführt. Diese unterschiedlichen kreisähnlichen Formen unterstreichen die Dynamik des Platzes, Gleise und Fahrspuren werden formgebend integriert, es werden die Aufenthaltsflächen der Fussgänger ausgewiesen sowie der Platz mit seinen vielfältigen Überquerungsmöglichkeiten sichtbar gemacht.

Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten
Das grafische Streifenmuster eignet sich dazu, Sitzelemente auf dem Platz zu integrieren und die Formen für Bänke aus den Streifen heraus zu entwickeln. Einzelne gelbe Streifenstücke werden als Bänke in Metall konstruiert, sie erheben sich im Bogen langsam bis zu ca. 50 cm Höhe vom Boden ab und senken sich auf einer Gesamtlänge von 12 m wieder langsam ab.

Kultursäulen, Informationstafeln, Brunnen:
Der Brunnen von Annemarie Fontana kann in der Nähe des Pavillons verbleiben und in das Gesamtkonzept integriert werden. Auch die Kultursäulen sowie Informationstafeln können entsprechend den Plänen der Neugestaltung des Platzes wieder aufgestellt werden.

Wirkung und Funktion
Der Escher-Wyss-Platz ist ein Verkehrsknotenpunkt, auf dem alle Formen des Fortbewegens zusammentreffen. Das Muster der Fussgängerstreifen verdeutlicht die Funktionen und zentriert den Platz. Die gelb – grauen Linien greifen eine Gestaltung auf, die in dem Verkehrsmarkierungssystem bereits vorhanden ist. Durch Länge und Kreisform der Linien setzen sie sich von dem gewöhnlich benutzten Verkehrszeichen eindeutig ab. Deutlich aber bleibt, woher die Gestaltung abgeleitet ist und welche Funktionen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern zugeordnet sind.

Das Konzept für den Escher-Wyss-Platz unterstreicht die zentralen städtebaulichen Funktionen des Platzes und hebt den wichtigen Verkehrsknotenpunkt für das Quartier hervor. Durch die Bodengrafik werden die Nutzflächen benutzerfreundlich sichtbar gemacht, was neben einer höheren Sicherheit und besseren Orientierung
für die Verkehrsteilnehmer vor allem aber zur Wahrnehmung des Formenreichtums von Fahr- und Gleisspuren führt. Mit der gesamten Liniengrafik wird der Platz als zusammenhängende Fläche gestalterisch wahrgenommen. Die künstlerische Arbeit der Abstraktion und Invertierung des Fussgängerstreifens unter Berücksichtigung funktionaler Anforderungen macht die zentralen Elemente der Identität des Platzes sichtbar; Dynamik, Funktion, Form und Geschwindigkeit.

Anforderungen macht die zentralen Elemente der Identität des Platzes sichtbar; Dynamik, Funktion, Form und Geschwindigkeit. Die dreidimensional erscheinende Bodenzeichnung weckt die Illusion, auf topografische Höhen und Tiefen des Geländes zu reagieren und verspannt den Strassenraum mit dem Ensemble der Fussgängerinseln. Der Pavillon nimmt die Form der Kreise auf, verbindet die Platzebene mit der Brücke und lenkt den Blick auf die faszinierenden Perspektiven von Auf- und Abfahrtsrampen. Fahren, Warten, Stehen, Laufen, alle auf dem Platz stattfindenden Ereignisse werden rund um die Uhr wie auf einem Teppich vereint, jeder Verkehrsteilnehmer wird zum Mitspieler eines sich ständig verändernden Gesamtbildes.